SPEZIALINVENTAR 2006: Die Gartenstadt Friesenberg aus Sicht der Denkmalpflege

Illustration Grossalbis

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Das Amt für Städtebau der Stadt Zürich hat im Jahr 2006 ein Spezialinventar über die Etappen der FGZ erstellt. Das Spezialinventar enthält nebst einer allgemeinen Charakterisierung des Siedlungsverbunds für jede Etappe Basisdaten zur Baugeschichte, eine kurze Würdigung sowie eine erste Empfehlung, die als allgemeine Ziel- und Prioritätenangabe für eine detaillierte Schutzabklärung dienen sollte. In die Betrachtung miteinbezogen wurde die Wohnkolonie im Hegi der Heimgenossenschaft Schweighof.

Hintergrund war, dass die FGZ im Jahr 2004 erstmals ein Bauleitbild erliess, das die bauliche Entwicklung während der nachfolgenden zwei Jahrzehnte skizzierte. Um mögliche Konflikte zwischen den Bauabsichten der FGZ einerseits und dem Denkmalschutz andererseits zu identifizieren, machte das Amt für Städtebau eine Bestandesaufnahme, in der sie für jede Etappe eine Empfehlung zu den erforderlichen Schutzmassnahmen formulierte. 

Das Amt kam dabei zum Schluss, dass acht Etappen denkmalpflegerisch wertvoll und entsprechend zu erhalten seien (Etappen 1, 2, 13, 14, 15, 17, 18 und 19). Drei Etappen stufte es als denkmalpflegerisch bedeutend ein, mit der Empfehlung, dass mindestens ein Teil zu schützen sei (Etappen 5, 6 und 16). Für zwei weitere Etappen schlug das Amt eine denkmalpflegerische Begleitung vor (Etappen 4 und 12). In Bezug auf die Wohnkolonie Im Hegi empfahl es den Erhalt der Gesamtanlage.

Warum der Heimatschutz aktiv wurde

Im Masterplan FGZ aus dem Jahr 2016 finden sich die Empfehlungen aus dem Spezialinventar 2006 nur bruchstückhaft. Der Masterplan sieht eine denkmalpflegerische Inventarisierung lediglich für drei Etappen vor (Etappen 13, 16 und 18). Insbesondere im Gebiet der Gründeretappe (Etappen 1 und 2) sollen gemäss Masterplan verdichtete Ersatzneubauten entstehen. Gegen diesen Entscheid erhob der Zürcher Heimatschutz Rekurs vor dem Baurekursgericht. Das Baurekursgericht wies diesen Rekurs mit Entscheid vom 12. Januar 2018 ab, worauf der Heimatschutz ans Verwaltungsgericht gelangte. Mit Urteil vom 17. Januar 2019 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde des Heimatschutzes gut. Stadt und FGZ haben dieses Urteil ans Bundesgericht weitergezogen; der definitive Entscheid ist nicht vor 2020 zu erwarten.